Was sind die Maximalbeiträge 2024/2025?
Der Bundesrat setzt die jährlichen Maximalbeiträge in die Säule 3a fest. Für Angestellte ohne 2. Säule (Pensionskasse) gilt der volle Maximalbetrag — für Angestellte mit Pensionskasse die Hälfte, sofern der BVG-Mindestlohn erreicht ist. Der Wechsel zwischen den beiden Stufen erfolgt automatisch beim Erreichen der BVG-Eintrittsschwelle (2026: CHF 22'050).
| Jahr | Ohne 2. Säule | Mit 2. Säule (BVG-pflichtig) |
|---|---|---|
| 2024 | CHF 7'056 | 50% davon |
| 2025 | CHF 7'258 | 50% davon |
| 2026 (geplant) | CHF 7'258 | 50% davon |
Im Jahr 2025 wurde der Maximalbeitrag für Erwerbstätige ohne 2. Säule von CHF 7'056 auf CHF 7'258 angehoben. Die Erhöhung gilt rückwirkend für 2025 — wer bereits den alten Betrag eingezahlt hat, kann die Differenz noch nachzahlen und in der Steuererklärung geltend machen.
Welchen Beitrag du maximal einzahlen darfst, hängt allein von deinem BVG-Status ab — nicht von deinem Einkommen. Praktisch relevant ist aber: Wer zu wenig verdient, kann nicht den vollen Maximalbeitrag leisten, weil die Säule-3a-Einzahlung in einem realistischen Verhältnis zum Bruttolohn stehen sollte. Bei sehr tiefen Einkommen reduziert sich der effektive Sparhebel entsprechend.
Wie viel Steuern sparst du maximal?
Die Antwort hängt vom persönlichen Grenzsteuersatz ab — dem Steuersatz, mit dem dein letzter verdienter Franken besteuert wird. Je höher dein Einkommen und je progressiver dein Kanton, desto höher der Hebel pro einbezahltem Franken.
Kantonale Steuerunterschiede: Wo holst du am meisten raus?
Die Schweiz hat 26 Kantone mit unterschiedlich progressiven Steuertarifen. Das hat direkte Auswirkungen darauf, wie viel Steuern du mit der Säule 3a sparst: Der gleiche Beitrag bringt in Zug deutlich weniger Ersparnis als in Zürich, weil der Grenzsteuersatz in Zug bei mittleren Einkommen tiefer liegt.
Konkrete Werte schwanken je nach Tarifrevision. Die folgende Tabelle zeigt eine illustrative Bandbreite pro Kanton, basierend auf den jeweiligen Steuertarifen für mittlere Einkommen.
| Kanton | Tarif-Profil | ca. Ersparnis bei CHF 100'000 |
|---|---|---|
| Zürich (ZH) | progressiv, mittel-hoch | ~ CHF 1'500–1'900 |
| Bern (BE) | progressiv, mittel-hoch | ~ CHF 1'400–1'800 |
| Vaud (VD) | progressiv, hoch | ~ CHF 1'600–2'000 |
| Basel-Stadt (BS) | progressiv, hoch | ~ CHF 1'500–1'900 |
| Zug (ZG) | flach, tief | ~ CHF 800–1'100 |
| Schwyz (SZ) | flach, sehr tief | ~ CHF 700–1'000 |
Wer als Pendler oder Wochenaufenthalter die Möglichkeit hat, den Kantonswechsel steuerlich zu nutzen, kann mit derselben Säule-3a-Einzahlung in einem progressiven Kanton hunderte Franken mehr sparen. Allerdings ist der Aufwand hoch, den offiziellen Wohnsitz zu wechseln — und nicht jede Lebenssituation erlaubt das (Familie, Schulpflicht, berufliche Anbindung).
Timing: Wann solltest du einzahlen?
Die entscheidende Frage ist nicht ob, sondern wann. Drei Hebel sind relevant:
- Jahresende vs. unterjährig. Wer im November/Dezember einzahlt, profitiert vom vollen Abzug in der Steuererklärung dieses Kalenderjahres. Praktisch reicht eine Einzahlung pro Jahr völlig — der Zeitpunkt im Jahr ist steuerlich irrelevant (anders als bei Renditeüberlegungen).
- Verhältnis zur Pensionskasse (Säule 2). Einkäufe in die PK sind oft steuerlich noch effizienter als die Säule-3a-Einzahlung, weil sie die Progression tiefer brechen können. Praktisch: zuerst PK-Einkaufspotenzial ausschöpfen, dann Säule 3a — aber nicht beides ohne steuerliche Beratung in einem Jahr kombinieren.
- Lohnentwicklung und Beitragsgrenze. Wer den Arbeitgeber wechselt oder eine Lohnerhöhung erhält, sollte prüfen, ob sich der Maximalbeitrag neu berechnet. Bei mehreren 3a-Konten kann die Aufteilung auf VIAC, finpension und Selma sinnvoll sein, um später beim Bezug zu staffeln.
Steuer-Checkliste 3a: 10 Punkte für maximale Abzüge
Die folgenden 10 Punkte decken den typischen jährlichen Steuer-Check für Angestellte ab. Du kannst sie als Vorlage für deine eigene November-Steuerplanung nutzen — oder du holst sie dir druckfertig per E-Mail (siehe Formular weiter unten).
- Aktuellen Maximalbeitrag prüfen — 2026 sind CHF 7'258 möglich (Erwerbstätige ohne 2. Säule).
- Lohnentwicklung beobachten: erhöht sich dein AHV-Lohn, lohnt sich die Maximaleinlage neu.
- Steuerprogression des Kantons prüfen: in tiefen Progressionsstufen bringt die Einlage mehr Ersparnis pro Franken.
- Beitragsjahr und Steuerperiode abgleichen — wer im Dezember einzahlt, profitiert vom vollen Abzug im gleichen Jahr.
- Einkaufspotenzial in 2. Säule vs. 3a gegeneinander abwägen: PK-Einkauf vor 3a-Volleinlage.
- Mehrere 3a-Konten eröffnen (VIAC, finpension, Frankly, Selma) — Staffelung spart beim Bezug Tausende.
- Vorbezug vermeiden: bereits ein Vorbezug blockiert die jährliche Einlage in dasselbe Konto für 5 Jahre.
- Säule 3a-Beiträge in der Steuererklärung unter «Vorsorgeaufwand» deklarieren.
- Bezugszeitpunkt staffeln — mehrere kleinere Bezüge in verschiedenen Steuerjahren statt ein grosser.
- Jedes Jahr im November den Beitrag fürs Folgejahr festlegen — nicht spontan im Dezember entscheiden.
Zusammenspiel mit der Pensionskasse (2. Säule)
Die Säule 3a ist nur eine von drei Vorsorgesäulen. Für Angestellte ist die Pensionskasse (Säule 2) die wichtigere — sowohl für die laufende Vorsorge als auch für die Steueroptimierung. Der grösste Hebel liegt oft im PK-Einkauf: Wer bisher zu wenig in die PK eingezahlt hat (etwa nach einem Jobwechsel mit kleinerem Lohn), kann die fehlenden Beiträge nachzahlen und den vollen Betrag vom steuerbaren Einkommen abziehen.
Praktisch empfiehlt sich diese Reihenfolge für die jährliche Steuerplanung:
- PK-Einkaufspotenzial prüfen — der Vorsorgeausweis der Pensionskasse zeigt die maximale Einkaufssumme. Höhere PK-Einkäufe bringen oft mehr Steuerersparnis pro Franken als 3a-Volleinlagen, besonders bei sehr progressiven Einkommen.
- PK-Einkauf leisten — unter «Vorsorgeaufwand» in der Steuererklärung deklariert. Wirkt zudem reduzierend auf den Koordinationsabzug und kann die Altersrente erhöhen.
- Säule 3a-Maximaleinlage — zusätzlich zum PK-Einkauf einzahlen. Effekt: doppelter Steuerhebel im gleichen Jahr.
- Bezug staffeln — beim Pensionierungszeitpunkt PK-Kapital und 3a-Kapital auf verschiedene Steuerjahre verteilen. Detail im Steuer-Staffelungs-Planer.
PK-Einkauf und Säule-3a-Einzahlung sind beide Vorsorgeaufwand und werden in der Steuererklärung zusammengerechnet. Es gibt keine fixe gesetzliche Obergrenze für die kombinierte Abzugssumme, aber die kantonale Praxis variiert. Bei kombinierten grossen Beiträgen (CHF 50'000+) empfiehlt sich eine vorgängige Rücksprache mit der Steuerverwaltung oder einer Fachperson.
Häufige Fehler und Fallen
Auch wenn die Säule-3a-Einzahlung grundsätzlich einfach ist, gibt es eine Reihe wiederkehrender Fehler, die bares Geld kosten:
- Den Maximalbeitrag nicht voll ausschöpfen. Wer «einfach so viel wie letztes Jahr» einzahlt, lässt oft hunderte Franken liegen. Der Maximalbeitrag wird jährlich angepasst — beim Wechsel ins neue Jahr prüfen und nachzahlen.
- Den alten Betrag nach Erhöhung stehen lassen. Wenn der Maximalbeitrag steigt (z.B. 2025: +CHF 202) und du den alten Betrag bereits eingezahlt hast, kannst du die Differenz noch nachzahlen — die meisten Anbieter akzeptieren das bis Ende Jahr.
- Einen Vorbezug machen und den Account nicht wechseln. Wer für Wohneigentum vorbezieht, kann 5 Jahre lang nicht mehr in dasselbe Konto einzahlen. Lösung: zweites 3a-Konto eröffnen und dort weiter einzahlen.
- Säule-3a-Beiträge nicht deklarieren. Wer einzahlt, aber den Beitrag nicht in der Steuererklärung unter «Vorsorgeaufwand» einträgt, verschenkt die Steuerersparnis vollständig.
- Den Bezug nicht planen. Wer mit 64/65 das gesamte 3a-Kapital auf einmal bezieht, fällt in eine hohe Progressionsstufe. Mit Staffelung über 3–5 Jahre ist die Steuerlast oft um 20–40 % tiefer.
- Den Anbieter nicht wechseln, wenn der tote Account teuer wird. Wer noch eine alte 3a-Versicherung mit hohen Verwaltungskosten hat, sollte den Wechsel prüfen — siehe 3a-Wechsel-Ratgeber.